Einordnung der Krise – Heraus aus der Risikozone

Am 30.04. haben wir uns zum erneuten virtuellen Austausch getroffen. Im Mittelpunkt stand die Fragestellung:

Was können wir aus vergangenen Krisen lernen und wie sind die Auswirkungen der aktuellen COVID 19 Pandemie für Unternehmen einzuordnen?

Marc Babic (Académie Consultant Expert / BBC-Conseil) hat uns mit seinem Impuls-Vortrag „Einordnung der Krise“ sehr anschaulich vor Augen geführt, welche Einflüsse und Zusammenhänge die aktuelle Krise bestimmen.

Es folgt ein Auszug aus der gemeinsamen Diskussion und unserer ganz eigenen Interpretation der Dinge.

Die Covid-Krise hat die Situation tausender Unternehmen erheblich verschlechtert. Wir haben den Blick auf die Frage gelenkt, ob wir aus vergangenen Krisen lernen und mit diesem Wissen die Zukunft beleuchten können.

Interessant ist die Betrachtung der Kriseneffekte auf das Bruttoinlandsprodukt, hier am Beispiel von Frankreich & Deutschland:

Die Effekte der Finanzkrise 2008-2009 waren in Deutschland wesentlich stärker als in Frankreich spürbar. Verantwortlich hierfür war vor allem der weltweite Bedarfsrückgang an. Industriegütern. Dies hat die deutsche Wirtschaft stärker in Mitleidenschaft gezogen als die französische Industrie. In der Covid-Krise hat sich dieses Bild umgekehrt. Die Beschränkungen, in Zusammenhang mit der Pandemie, sind in Frankreich strenger. Die wirtschaftlichen Effekte folglich stärker.

Die Krise wird zu Ende gehen. Zu welchem Zeitpunkt und mit welchen Auswirkungen kann heute noch keiner sagen. Fest steht jedoch, dass es für die Verläufe aus der Krise unterschiedliche Varianten geben wird:

Krisen sind auch immer Chancen für unternehmerische Veränderungen und Neuausrichtungen. Vorausgesetzt, es gelingt im ersten Schritt die Liquidität zu sichern und damit das Überleben des Unternehmens.

Aktuell befinden wir uns alle in der Phase der Unternehmenssicherung. Erst wenn uns dies gelungen ist, werden wir unseren Blick wieder nach vorne richten können. Dann wird es darum gehen, parallel zu den operativen Herausforderungen, eine Nach-Krisen-Strategie zu entwickeln. Diese strategische Ebene bietet dann die Chance der Re-Strukturierung der Unternehmen und damit verbunden die bestmögliche Aufstellung für die Zukunft.

Diese Krise lehrt uns, dass es ein „weiter so“ nicht geben kann. Welchen Stellenwert haben Begriffe, wie Wachstum und Nachhaltigkeit in unseren zukünftigen Unternehmens-Strategien? Welches Verhältnis ist angemessen und umsichtig? Welche Qualifikationen braucht es zukünftig? Ist es Zeit alte Zöpfe abzuschneiden? Wie definieren wir in Zukunft unternehmerischen Erfolg?